Huschke von Hanstein - Der Rennbaron
Es gibt wenige Menschen, die das Ansehen der deutschen Automobilwirtschaft und den internationalen Motorsport so intensiv geprägt haben, wie der legendäre Rennfahrer und langjährige Porsche-Repräsentant Huschke von Hanstein. In diesem Jahr, in dem das Automobil seinen 125. Geburtstag feiert, wäre der „Rennbaron“ 100 Jahre alt geworden. Im Auto & Technik MUSEUM SINSHEIM erinnert seit 1996 eine Sonderausstellung mit Pokalen, darunter der Mille Miglia Siegerpokal von 1940, Dokumenten, Fahrzeugen und persönlichen Gegenständen an den „Rennbaron“. Nach dem Tod seiner Ehefrau Ursula von Hanstein im Jahr 2005 wurden die Exponate dem Museum von Karl Ludwig von Hanstein, dem Neffen der Rennfahrerlegende, und dem Porsche Club Deutschland weiterhin als Leihgabe überlassen.
Über Fritz Huschke von Hanstein
Fritz-Huschke-Sittig-Enno-Werner von Hanstein kommt am 3. Januar 1911 zur Welt. Schon früh wird er vom Benzinduft infiziert. Noch während seiner kaufmännischen Lehre in Hamburg bestreitet er 1929 mit erst 18 Jahren sein erstes Motorrad-Rennen bei der ADAC Reise-Tempo-Fahrt. Bald darauf steigt er auf vier Räder um und feiert Erfolge als Werksfahrer bei Hanomag, Adler und BMW. Sein wohl größter Triumph als Rennfahrer ist der Gewinn der Mille Miglia mit einem BMW 328 im Jahr 1940.
Nach dem Kriegsende setzt er zunächst seine Karriere als Rennfahrer fort, die ihn 1950 zur damals noch weitgehend unbekannten Firma Porsche führt. 1952 wird er bei Porsche in Personalunion Rennleiter und PR-Chef. In den folgenden Jahren tragen die unter seiner Leitung errungenen Rennsporterfolge, die er als geborener PR-Mann geschickt für Imagekampagnen zu nutzen versteht, entscheidend zum weltweiten Aufstieg der Marke Porsche bei. Auch die Professionalisierung des Rennsports und der verantwortungsvolle Umgang mit dem Automobil im Alltag sind ihm wichtige Anliegen. Werbung auf Rennwagen, Sicherheits-Rennoveralls und den Rennhelm zum Schutz der Rennfahrer hat Huschke von Hanstein gefordert und durchgesetzt. Die Einführung des Zebrastreifens an Fußgängerüberwegen ist sein Werk. Wie sich Verkehrsteilnehmer im Automobil auf der Straße bewegen und verhalten sollten, präsentiert er mit viel Geschick und Gefühl im Fernsehen der frühen 1960er Jahre.
Nach vielen Jahren intensiver Tätigkeit, während der er für Porsche auf allen fünf Erdteilen aktiv ist, zieht sich von Hanstein 1973 vom Tagesgeschäft zurück, bleibt aber Professor Ferry Porsche und dem Automobilhersteller weiterhin eng verbunden. Verstärkt widmet er sich jetzt seiner Tätigkeit als AvD Sportpräsident und der ONS Präsidentschaft und ist in zahlreichen Komitees und in der Formel-1 als erfahrener Stratege gefragt. 1993 wird er vom Förderverein des Auto & Technik Museum Sinsheim zum ersten Ehrenmitglied ernannt. Am 5. März 1996 verstirbt er im Alter von 85 Jahren in Stuttgart.
Textquelle: Museumsbuch | Sportwagen im Museum | Weitere Dauerausstellungen im Museum | Informationen für Ihren Museumsbesuch
