AUTO & TECHNIK
MUSEUM SINSHEIM

Tupolev TU-144

In den 1960er Jahren wetteiferten die Konstrukteure der britisch / französischen Concorde und der russischen Tupolev TU-144 darum, wer als erster ein Überschall-Verkehrsflugzeug in die Luft bringen würde. Spätestens nachdem die Russen 1965 auf dem Salon de l‘Aéronautique in Paris das Modell eines Überschall-Passagierflugzeugs gezeigt hatten war klar, dass sie diesen prestigeträchtigen Titel ihren westlichen Kollegen nicht kampflos überlassen würden. Und tatsächlich hatten sie am Schluss die Nase vorn. Am 31. Dezember 1968 erhob sich der erste Prototyp der Tupolev TU-144 in den Himmel. Die Concorde folgte erst am 2. März 1969. Die große Ähnlichkeit zwischen der TU-144 und der Concorde ließ naturgemäß den Verdacht der Industriespionage aufkommen, letztlich konnte diese Vermutung aber nicht bewiesen werden.

Das roll-out des weitgehend fertig entwickelten Flugzeugs erfolgte am 21. Mai 1970 auf dem Moskauer Flugplatz Scheremetjewo. Fünf Tage später erreichte es mit 2.150 km/h als erstes Verkehrsflugzeug der Welt Mach 2. Als die TU-144 ein Jahr später auf dem Luftfahrtsalon 1971 in Paris zum ersten Mal im Westen erschien, hatte sie bei Übungsflügen bereits eine Spitzengeschwindigkeit von 2.443 km/h erreicht. Den ersten schweren Rückschlag erlebte das Projekt allerdings 1973, als eine TU-144 bei der Pariser Luftfahrtausstellung vor laufenden Kameras abstürzte. Nach mehrjährigen Weiterentwicklungen nahm die Tupolev TU-144 am 1. November 1977 schließlich trotzdem den Liniendienst zwischen Moskau und Alma Ata auf. Nur sieben Monate später wurden diese Flüge nach einem erneuten Absturz jedoch wieder eingestellt. Auch die mangelnde Wirtschaftlichkeit mag zu dieser Entscheidung beigetragen haben. Der letzte reguläre Flug einer TU-144 erfolgte am 1. Juni 1978.

Der Transport in das Technik Museum Sinsheim

Nach langwierigen Verhandlungen ist es dem Museumsverein zum 20-jährigen Museumsjubiläum 2001 gelungen, ein Exemplar dieses Flugzeugtyps, der ein wichtiges Kapitel Luftfahrtgeschichte geschrieben hat, für die Flugzeugausstellung in Sinsheim zu erhalten. In einem Aufsehen erregenden Transport, der über 4.000 km von Moskau nach Sinsheim führte und europaweit ein riesiges Echo gefunden hat, wurde die Tupolev TU-144 auf dem Wasser- und Landwege zum Museumsgelände transportiert, und anschließend in Startposition über dem Dach der Halle 1 auf drei Stahlstützen montiert.

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Bitte beachten Sie, dass das Technik Museum Speyer etwa 35 Kilometer von Sinsheim entfernt liegt und ein separates Museum ist.