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Columbia Elektroautos

Der Elektroantrieb gilt als Hoffnungsträger für das Automobil der Zukunft. Dabei handelt es sich hierbei keineswegs um eine neue Idee. Schon vor über 100 Jahren wurden Autos mit Elektroantrieb gebaut. Im Technik Museum Sinsheim befinden sich zwei originale Columbia Elektroautos (Baujahr 1900 und 1904) der bekannten Familiendynastie Rockefeller, New York. Mit der Technik der damaligen Jahre waren diese außergewöhnlichen Fahrzeuge stets fahrbereit - und zwar mit zwei Vorwärtsgeschwindigkeiten und einem Rückwärtsgang. Mit einem Satz voll geladener Batterien waren die Autos schon damals drei Stunden fahrbereit. 

Was kann ein solches Fahrzeug leisten, wenn nicht die Geschwindigkeit sondern die Sparsamkeit im Vordergrund steht? Um dieser Frage nachzugehen, haben Spezialisten des Technik Museum Sinsheim diesen über 100 Jahre alten elektrisch angetriebenen Oldtimer mit moderner Technik nachgerüstet. Bei einer Wettfahrt, die im Rahmen eines großen Treffens von Fahrzeugen mit alternativem Antrieb durchgeführt wurde, konnte er seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Als Energiespeicher hatte der Wagen neue Blei-Gel-Batterien mit einer Kapazität von 6 Kilowattstunden erhalten. Bei einem derzeitigen Strompreis von ca. 20 Cent pro Kilowattstunde kostet eine komplette Ladung rund 1,20 Euro. Welche Distanz kann mit dieser Strommenge zurückgelegt werden und wie viel Benzin verbrauchen historische und aktuelle Automobile mit Verbrennungsmotor im Vergleich zu einem solchen Elektro-Oldtimer? Es wurden fünf höchst unterschiedliche Fahrzeuge auf einen 2 km langen Rundkurs geschickt: Das modernisierte Elektroauto Baujahr 1904, ein aktueller Smart mit Benzinmotor, ein Messerschmitt Kabinenroller Baujahr 1957, ein Opel Super Six Baujahr 1938 und eine Maybach-Limousine, ebenfalls Baujahr 1938.

Zweieinhalb Stunden lang umrundete das illustre Feld das Museum. Dann, nach knapp 54 Kilometern zurückgelegter Strecke, waren die Batterien des Elektroautos fast leergefahren. Unter der fachkundigen Aufsicht des Kfz-Sachverständigen Herrn Klaus Stephan von der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) in Sinsheim erfolgte die Verbrauchsmessung der benzinbetriebenen Fahrzeuge. Das Ergebnis war verblüffend. Der Smart hatte für die gleiche Strecke 2,9 Liter Benzin benötigt und damit, bei einem Tagespreis von ca. 1,25 Euro pro Liter, Treibstoffkosten von rund 3,62 Euro verursacht. Der Verbrauch des Messerschmitt Kabinenrollers lag trotz seines winzigen 200 ccm Zweitakt-Motors bei 5 Litern (ca. 6 Euro), der Opel Super Six hatte 6,1 Liter (7,32 Euro) Benzin verbrannt, und die riesige, von einem 12-Zylinder-Motor mit 8 Litern Hubraum angetriebene Maybach-Limousine sogar 17,5 Liter (22 Euro). Ein Elektroauto ist somit nicht nur umweltfreundlich sondern auch ausgesprochen preiswert im Verbrauch.